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„Nur die Langweiligen sterben“

Die digitale Transformation läuft, bietet viele Chancen und verändert den Retail nachhaltig. Auf allen Kanälen. Das ist nicht neu, aber eben auch topaktuell. “Lead, Network, Innovate“ lautet so der Untertitel der dritten Berliner Gespräche, zu denen die Unternehmensberatung Hachmeister + Partner in die Hauptstadt eingeladen hat. Vor mehr als 150 Teilnehmern aus der Fashion-Branche wurden neue Technologien vorgestellt und Lösungen diskutiert, die sich in sechs Thesen zusammenfassen lassen:

Kooperationen und Partnerschaften sind unumgänglich.

Die Herausforderungen der Digitalisierung mit dem Einsatz neuer Technologien, die immer essentieller werden, sind ohne Partner nicht machbar. „Auch die beste Plattform der Welt nützt nichts ohne Kooperationspartner. Allein wird es bald keinen Spaß mehr machen“, erklärt Professor Michael ten Hompel, geschäftsführender Leiter des Dortmunder Fraunhofer Institut (IML) bei seinem Vortrag über die Hightech-Zukunft, in der es nicht mehr möglich sei, alles allein unter Kontrolle zu halten.

Künstliche Intelligenz wird ein essentieller Treiber

Auch das ist nicht neu, wird aber von IT-Experten wie ten Hompel und Martin Anduschs, Vice President vom Softwareanbieter Arvato Systems, noch einmal eindrucksvoll dargestellt. „Die Implementierung von KI, die Arbeit mit Allgorithmen und selbstlernenden Maschinen wird selbstverständlich. Es ist wichtig, die so gewonnenen Daten als echten Wettbewerbsvorteil zu nutzen“, erklärt Anduschs.

Nachhaltigkeit wird weiter stark gewinnen

Nach mehr als 30 Jahren als Sponsor der Formel 1 setzt Hugo Boss künftig auf Formel E. „Das spiegelt einen grundsätzlichen Wandel unserer Unternehmensstrategie wieder. Formel E steht für Elektro-Antrieb, steht für Nachhaltigkeit. Und in diese Richtung werden wir uns immer stärker bewegen, nicht nur im Sport-Sponsoring, in dem wir auch das Segeln als nachhaltigsten Sport immer mehr in den Fokus unserer Aktivitäten rücken“, kündigt Bernd Hake, CSO bei Hugo Boss an.

Stationärer Retail ist nicht tot

Nur der langweilige Stationärhandel wird durch den E-Commerce abgelöst. Da sind sich die meisten Referenten einig. „90% aller Handelsumsätze werden in den Läden bleiben“, prophezeit Stephan Schambach, CEO der New Store GmbH. Die Gesellschaft beobachtet viele reine E-Commerce-Marken, die offline expandieren.

Alles läuft über Smartphones

New Store hat auch eine App für alle Prozesse am POS entwickelt. Sie läuft nur über iPhone bzw. Smartphone. In der Vision von Schambach gibt es im Store künftig keine Kassen mehr. Der gesamte Bezahl-, Order- und Bestell-Prozess läuft mobil. Und zwar über das eigene Gerät der Verkäufer. „Die Zeit der Shared-Devices ist vorbei“, sagt Schambach.

Der Laden muss andere Funktionen erfüllen

Nur dann wird der stationäre Store auch überleben, sagt Liganova-Chef Marc Schumacher. „Vergesst die Ladenschlusszeiten, meldet euren Laden beim Ordnungsamt als Veranstaltungsort an“, rät Schumacher. „Die Langweiligen werden sterben.“ André Maeder, CEO der KaDeWe Group, sieht seine drei Flagships schon auf dem richtigen Weg. „Bei uns müssen Events laufen, jeden Abend eine Kundenaktion. Das muss nicht immer Fashion sein, das kann auch Amazon sein“, sagt Maeder. Frank Troch, Geschäftsführer bei Hirmer in München, sieht das ähnlich. Aktuell läuft die Aktion “Kauf lokal”. Hirmer bietet dabei gemeinsam mit Sport Schuster und Betten Rid rund 80 kleineren Labels - Mode, Accessoires, Kulinarik - Platz auf ihrer Verkaufsfläche. “Wir machen den Einkauf bei uns zum sozialen Erlebnis”, erklärt Troch.